UNKNOWN MUNICH:

Was bedeutet Somber Serenity, oder anders gefragt: Hatte die Namenswahl einen tieferen Sinn?

Stefan: Wörtlich übersetzt bedeutet SOMBER SERENITY "düstere Ruhe", was unserer Meinung nach gut zu unserer Musik paßt, aber einen wirklich tieferen Sinn hat dieser Name nicht für uns.

Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie ein S. Serenity-Song entsteht. Man setzt sich doch nicht einfach hin und sagt sich: Jetzt komponiere ich einen Dark/Gothic Metal-Song.

Stefan: Um dies zu erklären muß ich nun zur SOMBER SERENITY Vorgängerband gehen, bei der Robert, Andy und ich zwischen Anfang '94 und der eigentlichen Gründung von SOMBER SERENITY im September '95 gespielt hatten. Bei dieser Band hatten wir absolut kein musikalisches Konzept, sondern wir hatten einfach angefangen Songs zu schreiben, und mit der Zeit hat es sich dann herauskristallisiert, daß unsere Vorliebe im Doom / Death Metal Bereich liegt. Vier von den damals entstandenen Songs haben dann das Grundgerüst von Somber ergeben, und zwei Songs davon sind auch auf unserem ersten Demo gelandet.
Es ist also nicht so, daß wir uns hinsetzten und sagen, daß wir jetzt eine Song in dieser oder jener Richtung schreiben wollen, sondern es passiert einfach.
Ach ja Achim, wenn du mir einen Gefallen tun willst, dann nenn uns bitte nicht Gothic Metal, da viele Leute dabei gleich an Keyboards und Frauengesang denken, was wir ja beides nicht haben.

Gibt es musikalisch wie textlich irgendwelche Vorbilder/Einflüsse?

Stefan: Ich denke mal, daß wir wie alle Musiker zumindest indirekt durch die Bands beeinflusst werden, die wir hören. Bands, die einem Großteil von uns gefallen wären u.a. MY DYING BRIDE, OPETH, HYPOCRISY, IMMORTAL und ANATHEMA.
Bei den Texten läßt sich unser Sänger gerne von alten Büchern inspirieren, von denen er teilweise die Sprache übernimmt, um sich nicht auf das typische "Schulenglisch" zu beschränken.

Das ist die Gelegenheit etwas zu den Texten zu sagen, wenn Ihr möchtet?

Stefan: Da ich unsere Texte nicht schreibe möchte ich eigentlich nichts zu ihnen sagen, ausser daß es sich bei ihnen immer um kleine in sich abgeschlossen Geschichten handelt, und daß man sie auf unserer Homepage nachlesen kann.

Gibt es eine Grenze, an der Ihr sagt: Stop! Das kommt keinesfalls in unseren Sound mit rein?

Stefan: Eigentlich gibt es keine Grenze, aber dadurch, daß wir alle keine Techno, Dancefloor, Rap, HipHop oder Jazz Fans sind ergibt sich die Eingrenzung ganz von allein. Na ja, und zu "lustig" sollte es auch nicht sein...

Über die beiden Demos war kaum etwas zu lesen. Warum nicht, und wie liefen die, bzw was kamen für Reaktionen, wenn überhaupt?

Stefan: Mit dem ersten Demo wollten wir damals eigentlich noch nicht großartig "bekannt" werden, weswegen wir es auch an kein einziges Zine verschickt hatten. Die Reaktionen gingen von "gut" bis "geht so", was wir aber im nachhinein verstehen können, da wir jetzt doch einiges anders machen würden.
Unser "swallowed..." Demo haben wir dann an min. 60 Zines verschickt, und die Reaktionen fielen besser aus als bei Demo Nummer 1, auch wenn sich einige Leute anscheinend nicht damit anfreunden konnten, daß wir nicht nur langsam, nur schnell, nur dieses oder nur jenes waren. Da wir uns aber selber nicht limitieren wollen wird es wohl so bleiben, daß wir es nicht jedem Recht machen, was aber auch nicht unser Anliegen ist.
Die 200 Exemplare vom erste Demo sind übrigens ausverkauft, und wenn jemand noch ein Exemplar des zweiten Demos haben will, dann sollte er/sie sich nicht zu viel Zeit lassen, da wir nur noch etwas über 10 Stück von den 300 gemachten haben.

Die meistens Reaktionen, die ich selber aufgeschnappt habe, zielten darauf ab, daß Euer Sänger scheiße ist, besonders im melodischen Bereich. Hat er das ohne psychologische Hilfe verkraftet?

Daniel: Eigentlich hättest du für die bewußt provokative Fragestellung ja keine Antwort verdient, aber was soll's: Ich geb' mir Mühe, aber Live bin ich manchmal leider nicht so gut wie im Studio. Sorry.
Das liegt u.a. daran, dass bei Underground-Clubs das Monitor-System oftmals nicht so gut sein kann, daher hört man auf der Bühne kaum was. Außerdem ist in verschiedensten Lagen clean singen, schreien und growlen (was ja wirklich nicht jeder macht, oder?), und auch das rauchige Ambiente (das ich sehr schlecht vertrage) sehr anstrengend für die Stimme. Darüberhinaus spiel ich ja noch Gitarre gleichzeitig. Aber ich möchte mich eigentlich nicht verteidigen müssen, denn so manch einer von den paar Sängern, die auch verschiedene Clean- und Deathstimmen kombinieren, ob bekannt oder unbekannt, ist live auch nicht so "perfekt" wie manche das gern hätten (ich kenne da genug Beispiele). Naja, wart' einfach unser kommendes Album ab, dann reden wir weiter...

Das selbe noch einmal für die Split-7" mit Gone Sadness. Wolltet Ihr unbedingt eine der wenigen Bands dieses Genres sein, die eine Split aufnehmen, oder wie kam es dazu?

Stefan: Der Hauptgrund dafür, daß wir eine Split-Single veröffentlicht haben ist wohl, daß ich Singles liebe und ich finde, daß so eine Veröffentlichung der passende Schritt zwischen Demos und der ersten CD ist. Es stimmt schon, daß es wenige Bands in unserer Richtung gibt, die Singles veröffentlichen (IN THE WOODS... mit ihren bis jetzt drei Singles mal ausgenommen), aber muß man denn unbedingt Black oder Death Metal spielen, um eine Single veröffentlichen zu dürfen? Ich denke mal nicht, und die Reviews von den Leuten die sich darüber gefreut haben, mal eine 7" zu bekommen geben mir dann auch recht.
Das verkaufen von Singles ist zwar heutzutage nicht besonders einfach, aber wenn sich die Möglichkeit ergibt nochmal eine Single zu veröffentlichen, dann würde ich es auf jeden Fall machen wollen.

Ihr spielt oft in München. Wie sieht es auswärts aus? Wie ist überhaupt Euer Interesse diesbezüglich und wie weit würdet Ihr fahren? Spielt Ihr mit allen Bands aller Stilrichtungen (im Metal-Bereich)?

Stefan: Bis jetzt sah es für uns mit Auswärtskonzerten nicht so gut aus, auch wenn wir es u.a. für ein Konzert schon nach Frankreich geschafft haben. Da wir aber dieses Jahr auf jeden Fall noch von zwei Bands eingeladen werden, für die wir in München ein Konzerte organisiert hatten, und wir höchstwahrscheinlich auch noch zusätzlich die Chance haben werden z. B. in Polen aufzutreten, wird es in Zukunft auf jeden Fall besser.
Insgesamt würde ich zu Auswärtskonzerten sagen, daß wir überall spielen würden, wenn für Spritgeld, Essen, Getränke und wenn nötig für Schlafplätze gesorgt ist.
Die Stilrichtung der anderen Bands ist mir eigentlich egal, auch wenn ich denke, daß es nicht viel Sinn für uns macht, wenn wir mit Hardcore oder Grindcore Bands auftreten würden, da ich es besser finde, wenn ein Konzert in sich harmonisch ist.

Wenn Ihr sonst etwas loswerden wollt...

Stefan: Wir werden demnächst unsere erste CD aufnehmen, die dann vorraussichlich im September erscheinen soll. Auf unserer Homepage werdet ihr dann rechtzeitig darüber informiert werden, also gelegentlich einfach mal vorbeischauen!
So, und nun möchte ich eigentlich nur noch Achim & Anja dafür danken, daß sie diese Website ins Leben gerufen haben, denn daß dies eine sehr gute Idee ist brauche ich wohl nicht extra zu erklären, oder??

Achim

Unknown Munich

 

BACK