UNKNOWN MUNICH:

Somber Serenity 30. 03. 2002, Route 66

Der vierte Underground-Gig in Folge, der mit vernünftigen Besucherzahlen glänzte - erstaunlich. Hoffentlich bleibt das so und stellt sich nicht als ein kurzes Aufbäumen heraus.

Was waren Somber Serenity in den 80ern für eine Kultband ! Ihre ertsen 3 Scheiben gehören definitv in jede Plattensammlung. Und was kommt jetzt, nachdem sie ca. 10 Jahre in der Versenkung verschwunden waren? Eine halbgare Reunion-Show mit nur 2 Urmitgliedern. Und anstatt wenigstens die alten Klassiker zu spielen, zwangen sie dem Publikum größtenteils ihre neuen Sachen auf. Naja,bevor ich jetzt wieder sauer werde, schreibe ich lieber über die guten Seiten dieses Gigs.

Da wäre zum einen, daß die letzten paar Zeilen völliger Schwachsinn sind, von der Anzahl der Urmitglieder mal abgesehen. Und zum anderen ist der Knörri als neuer Sänger ein Riesengewinn. Gesanglich wie showtechnisch ist das jetzt endlich ein richtiger Frontmann, der sich zukünftig bestimmt zum Blickfang entwickeln wird. Soviel war von der ersten Minute an klar. Ebenso war schnell klar, daß Somber vorhatten einen harten, metallischen Gig zu spielen.Das erste BM-lastige "Tragedy Star" hab' ich erst gar nicht erkannt, so schnell wurde das gespielt. Damit wurden die Befürchtungen, daß ein langweiliger Dark/Gothic-Gig bevorsteht gleich vom Tisch gefegt. Der sehr ruhige und lange Mittelteil von "The Severence" konnte das auch nicht ändern. Natürlich bräuchte ich so etwas live nicht, aber zu Somber Serenity gehört das eben dazu. Nach dem alten Demo-Song "Cold Embrace" gab es ein ganz neues Lied, welches sich gut eingepaßt hat. Sagen kann ich dazu jetzt nicht viel, weil ich bisher noch jeden Somber-Song öfter hören mußte um wirklich mitzukommen. Bei "In Solitude Divine" war vom Knörri etwas klarer Gesang gefordert. So wie es aussah fühlte er sich dabei noch nicht ganz wohl. Kam aber nicht schlecht und mir persönlich gefällt die Stimmlage besser als die des Vorgängers. Und vor allem klingt sie nicht so depressiv.

"Song For The Nameless One" kam mit Blockflöten-Intro und klang 100% nach einer Merlons-Coverversion. War aber angeblich keine... Einordnen kann ich das Lied trotzdem nicht. Bei irgendeinem Lied wurde zu Beginn noch eine Maultrommel eingesetzt. Ich Hirndübel hab' aber glatt schon vergessen bei welchem.

Fazit: Meine erste Somber-Show seit ca. 3 Jahren, wenn nicht länger, hat mich sehr überrascht. Dem Begriff Dark Metal wurden sie gar nicht so gerecht. Eher mehr Metal als Dark. Ich bilde mir ein, daß sich da wohl doch die 80er Wurzeln einzelner Musiker bemerkbar machen - bewußt oder unbewußt. So sollte es ja auch sein, daß zwischen CD und live ein Unterschied ist. Das gesamte Auftreten der Band war auch schon recht sicher und einheitlich, was nicht unbedingt zu erwarten war, bei drei Neuzugängen.

Unknown Munich

 

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