HEAVY, ODER WAS!? #63 :

Somber Serenity "Singular"
Review 05/06.2002

Zwischen alter britischer Doom-Schule à la MY DYING BRIDE und old-ANATHEMA und frühem Gothic Metal inszenieren die Münchner SOMBER SERENITY ein hörenswertes Geflecht aus Selbstmitleid, aufrichtiger Verzweiflung, einer gesunden Portion Wut und einer allgemein gegenwärtigen Melancholie, die nur selten ins Depressive abzurutschen droht. Im Vordergrund: Die Atmosphäre. Sie ist es, die hier und da den Zugang zu den bisweilen etwas sperrigen Kompositionen überhaupt erst möglich macht. Denn der Reiz einzelner Songs erschließt sich keineswegs auf Anhieb, und doch ahnt man durchweg das beachtliche Potenial dieser Band und dieses Albums. Daß es letztlich nicht voll ausgeschöpft wird, liegt an drei Dingen.
Erstens: Die Produktion könnte (druck)voller und transparenter sein. Zweitens: Sänger Daniel Varoß glänzt zwar mit eindrucksvoller Wandlungsfähigkeit, läßt es aber bisweilen noch an Ausdruck fehlen. Drittens: Noch birgt sich in den Weiten des Materials die eine oder andere Länge.
Nichtsdestotrotz wissen Songs wie "Goddess of Light", "Last Scion of Winter" oder das überlange "Nemesis, my Childe" zu begeistern, und ich harre gespannt des Nachfolgers…

Thomas Michel (8/12 Punkten)

 

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