METAL HAMMER:

Somber Serenity "Singular"
Review 10.2002

Dem Reiz der Dunkelheit sind erneut eine Gemeinschaft junger Musiker verfallen, wobei sich Somber Serenity aus Süddeutschland auf dem vorliegenden Debüt SINGULAR besonders von der englischen Spielart metallischer Traurigkeit umgarnen lassen. Ähnlichkeiten mit Anathema und My dying Bride sind unverkennbar und sicherlich auch gewollt, denn scheinbar endlos lange Stücke voller Verzweiflung, frostigen Klängen in Zeitlupe sowie wütendem Aufbegehren beherrschen das musikalische Bild.

Dabei erging es der Truppe wie so vielen Neulingen: Aufgenommen wurde SINGULAR bereits zur Jahrtausendwende, aber nach Problemen mit ihrem alten Label dauerte es geschlagene zwei Jahre, bis das Werk nun endlich an die Öffentlichkeit gelangt. (Anm.: eigentlich waren es "nur" 15 Monate und keine zwei Jahre). Inzwischen erfolgten diverse Besetzungswechsel, von denen besonders der Abgang von Sänger Daniel Varoß bemerkenswert ist. Seine meist traurig klagenden Töne mit zeitweiligen Ausbrüchen in finsteres Kreischen und tiefes Knurren weisen mitunter leichte Unsicherheiten auf. Dies gilt ebenso für die Produktion und das Songwriting insgesamt, wobei Somber Serenity noch am hoffnungsvollen Anfang ihrer Karriere stehen.

Als Anspieltipps empfehlen sich das schwermütige "The Sufferer", "Swallow the Sun" mit seiner ruppigen Härte und der epische Wonneproppen "Nemesis, my Childe". Dafür gibt es vier fette Punkte mit nach oben weisendem Daumen sowie eine persönliche Empfehlung.

Gunnar Sauermann
Oktober 2002

Metal Hammer

 

BACK