|
BLOOD OF THE ANCIENT: Somber Serenity "Singular" Fragil und Ruhe verströmend leitet ein kurzes Akustik-Präludium den eigentlichen Song "In Solitude Divine" ein. SOMBER SERENITY können aufbrausend, wütend oder verträumt sein. Oft jedoch treffen all diese Komponenten auf einmal zusammen, darunter jedoch legt sich dann immer dieser unterschwellige Hauch der Melancholie, der oft in Trauer, manches Mal aber auch in verzweifelten Befreiungsversuchen endet. Doch es bleibt bei Versuchen, denn ohne dass man sich versieht, wird man von der eigenen Existenz wieder eingeholt. Doch ist die Wirklichkeit wiederum nichts, welches in diesem Werk zu existieren scheint: Im Gegenteil, man versucht, sich demonstrativ dieser Welt abzuwenden (zumindest für diese eine volle Stunde), sich auf eine Reise zu begeben, nach der man sich nur ungern wieder zurückreissen lässt in das, was wir als real ansehen... Das stimmungsvolle Cover von Michael Schindler/DRAGON DESIGN als auch die stilvolle Aufmachung lassen alles andere als den Schluss zu, es mit einem Debutalbum zu tun zu haben. Doch flugs - und da sind wir auch schon wieder beim Thema - hat einen die Realität wieder eingeholt, die immer wieder Überraschungen bereithält. Musikalische Vorbilder wären vor allen Dingen wohl Bands wie MY DYING BRIDE oder MORGION, wobei jedoch auch mal - wie bei "Tragedy Star" geschehen - fast schon blackmetallisches, aggressives Riffing nicht fehlen darf. Sänger Daniel Varoß gleicht einem musikalischem Chamäleon, da er seine Seelenpein wahlweise mit klaren, gekreischten oder gegrunzten Vocals intoniert. Für jede Gefühlslage ein passender Ausdruck, möchte man meinen! Die 8 überlangen Songs sind vielschichtig aufgebaut, leben von dem Wechselspiel zwischen ruhigen, besonnenen und wütend-aggressiven Parts, wobei keine dieser beiden Komponenten die Farbe Weiss in einem imaginären Schwarz-Weiss-Konflukt auszudrücken vermag: Dann schon eher emotionale Grautöne, wobei wir wieder bei der vorherrschenden Melancholie angelangt wären. Für das hoffentlich bald folgende zweite Album wünschte ich mir jedoch ein paar eingängigere Stücke, um auch noch in der Wirklichkeit etwas länger an die Welt SOMBER SERENITYs gebunden zu sein. Es ist ein äusserst schweres Unterfangen, kompakte, lange Songs zu schreiben, grösstenteils ist dies dem Quintett gelungen, dennoch fallen manchmal etwas Längen in den Arrangements auf. Dieses Manko jedoch wird durch die mehr als lesenswerten Texte im Gegenzug wieder wettgemacht, so dass SOMBER SERENITY mit "Singular" eine abwechslungsreiche, interessante Ode an den bitteren Geschmack der Melancholie gelungen ist - diese Band verdient die (leider zu oft zu Unrecht strapazierte) Titulierung Dark Metal! BLOOD OF THE ANCIENT |